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Wie oft sollte man Motoröl wechseln?

8 Min. Lesezeit

Wie oft sollte man Motoröl wechseln? Die Lebensdauer eines Motors hängt von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor, ist die Qualität des Schmiermittels. Motoröl sollte nicht nur entsprechend den Empfehlungen des Fahrzeugherstellers ausgewählt werden, sondern sich auch in einem guten Zustand befinden. Entscheidend ist dabei die Häufigkeit des Ölwechsels. Mit der Zeit und mit den gefahrenen Kilometern verliert das Öl seine ursprünglichen Eigenschaften, nicht nur die schmierenden, sondern auch die kühlenden. Ältere Fahrer oder Besitzer von Youngtimern erinnern sich an Fahrzeuge, bei denen das Öl alle 8.000 bis 10.000 km gewechselt wurde. In modernen Fahrzeugen findet man dagegen Ölwechselintervalle von über 30.000 km. Das ist ein großer Unterschied. Woher kommt er? Und erfüllt ein Öl, das 30.000 bis 40.000 km im Motor arbeitet, wirklich noch zuverlässig seine Aufgabe?

Was beeinflusst den Verschleiß von Motoröl? Die Verlängerung der Ölwechselintervalle hat mehrere Gründe. Der erste ist der technologische Fortschritt bei der Herstellung von Motoren. Eine präzisere Fertigung der beweglichen Motorteile reduziert die Reibung zwischen den zusammenarbeitenden Bauteilen. Dadurch entstehen weniger Metallpartikel und weniger Abrieb. Nicht zu vergessen ist auch die Entwicklung der petrochemischen Industrie. Moderne Motoröle sind widerstandsfähiger gegenüber hohen Belastungen als Öle von vor einigen oder mehreren Jahrzehnten. Der dritte Punkt ist Marketing: Lange Wartungsintervalle sehen in Werbematerialien gut aus und wirken für viele Kunden attraktiv. Die Praxis zeigt jedoch, dass Empfehlungen für Ölwechselintervalle von 25.000 km oder mehr nur bei Fahrzeugen funktionieren, die sehr schonend genutzt werden. Schonend bedeutet zum Beispiel: ✔ lange Strecken, ✔ gleichmäßige Geschwindigkeit, ✔ Autobahn oder Schnellstraße, ✔ seltenes Starten und Abstellen des Motors, ✔ wenig Stadtverkehr, ✔ wenig Kurzstrecke. Ganz anders sieht es bei Fahrzeugen aus, die überwiegend in der Stadt bewegt werden. Stau, Kurzstrecken, häufiges Starten und Abstellen, ein sportlicher Fahrstil oder schwierige Geländebedingungen beschleunigen die Alterung des Motoröls deutlich.

Wie oft sollte man Motoröl wechseln? Bei modernen Motoren geben Hersteller oft Intervalle von 25.000 bis 35.000 km an. In der Praxis ist es jedoch sinnvoll, die Nutzung des Fahrzeugs zu berücksichtigen. Eine grobe Orientierung: 15.000 bis 20.000 km Für Fahrzeuge, die überwiegend lange Strecken fahren, selten abgestellt und wieder gestartet werden und meist unter gleichmäßigen Bedingungen laufen. 10.000 bis 15.000 km Für Fahrzeuge, die sowohl im Stadtverkehr als auch auf längeren Strecken genutzt werden. Das ist für viele Alltagsautos ein sinnvoller Bereich. 7.000 bis 10.000 km Für Fahrzeuge, die hauptsächlich oder ausschließlich in der Stadt bewegt werden, oft im Stau stehen oder mit Start-Stopp-System ausgestattet sind. Dieser Bereich ist auch für Fahrer empfehlenswert, die gerne dynamisch fahren. 5.000 bis 7.000 km Für Fahrzeuge, die im Motorsport eingesetzt werden, auch im Amateurbereich. Dieser kurze Intervall ist ebenfalls sinnvoll bei Geländewagen, Pick-ups und 4x4-Fahrzeugen, die unter schweren Bedingungen genutzt werden.

LongLife-Öle LongLife-Öle sorgen immer wieder für Diskussionen. Sind sie wirklich sinnvoll? Und unterscheiden sie sich von normalen Motorölen? Theoretisch sollen LongLife-Öle Laufleistungen von 30.000 bis 40.000 km ohne Schäden für den Motor ermöglichen. Das klingt sehr gut, aber in der Praxis nicht immer realistisch. Natürlich haben solche Öle eine andere Zusammensetzung als Standardöle. Sie enthalten mehr Additive gegen Oxidation und mehr reinigende Bestandteile. Ob das aber immer ausreicht, hängt stark von der Nutzung des Fahrzeugs ab. In vielen Herstellervorgaben steht, dass Motoröl nach einer bestimmten Laufleistung oder nach einer bestimmten Zeit gewechselt werden soll. Häufig heißt es: alle X Kilometer oder einmal jährlich. Bei LongLife-Ölen können es teilweise auch zwei Jahre sein. Das ist ein wichtiger Punkt: Motoröl altert nicht nur durch gefahrene Kilometer, sondern auch durch Zeit. Selbst ein Auto, das nur wenige tausend Kilometer pro Jahr fährt, kann Öl im Motor haben, das seine ursprünglichen Eigenschaften bereits teilweise verloren hat. Deshalb ist es bei geringen Jahreslaufleistungen sinnvoll, Öl und Ölfilter einmal im Jahr zu wechseln. Das ist ein vergleichsweise kleiner Aufwand, wenn man bedenkt, welche Bedeutung das Öl für die Lebensdauer des Motors hat. Für Flottenbetreiber können LongLife-Öle wirtschaftlich interessant sein, weil sie Wartungskosten und Standzeiten reduzieren. Private Fahrzeugbesitzer sollten solche langen Intervalle jedoch mit Vorsicht betrachten, besonders wenn das Fahrzeug im Stadtverkehr oder auf Kurzstrecken genutzt wird.

Was lässt Motoröl schneller altern? Der Motor ist ein komplexes System. Das schwächste Glied kann großen Einfluss auf alle anderen Bauteile haben. Eine entscheidende Rolle spielt nicht nur ein mechanisches Bauteil oder eine verschlissene Dichtung, sondern auch das Motoröl selbst. Andersherum können Defekte im Motor ebenfalls das Öl verschlechtern. Zum Beispiel können beschädigte Einspritzdüsen Kraftstoff ins Öl eintragen und es dadurch verdünnen. Zu den wichtigsten Faktoren, die den Zustand des Öls beeinflussen, gehören: ✔ Fahrweise, ✔ Kurzstreckenbetrieb, ✔ Stadtverkehr, ✔ häufiges Starten und Abstellen des Motors, ✔ hohe Motorbelastung, ✔ sportliche Fahrweise, ✔ hohe Temperaturen, ✔ moderne Downsizing-Motoren, ✔ Kraftstoffeintrag ins Öl, ✔ Ruß, Ablagerungen und Metallabrieb. Besonders ungünstig ist Stadtverkehr auf kurzen Strecken. Der Motor erreicht dabei oft nicht seine richtige Betriebstemperatur. Das Öl wird nicht ausreichend warm, Feuchtigkeit und Kraftstoffrückstände können schlechter verdampfen und das Öl altert schneller. Am günstigsten für Motor und Öl sind längere Fahrten mit gleichmäßiger Geschwindigkeit, zum Beispiel auf der Autobahn oder Schnellstraße.

Moderne Downsizing-Motoren belasten das Öl stärker Auch die Konstruktion des Motors hat Einfluss auf den Zustand des Öls. Moderne Downsizing-Motoren arbeiten oft mit höherer Leistung aus kleinerem Hubraum. Dadurch entstehen höhere Temperaturen und höhere Belastungen als bei älteren, weniger stark belasteten Motoren. Hinzu kommt: Kleinere Motoren haben oft auch eine geringere Ölmenge im System. Weniger Öl muss also mehr Arbeit leisten. Das bedeutet, dass sich das Öl schneller erwärmen, schneller verschmutzen und schneller altern kann. Gerade bei modernen Turbomotoren ist hochwertiges und frisches Öl besonders wichtig. Es schmiert nicht nur den Motor selbst, sondern auch den Turbolader, der unter sehr hohen Temperaturen arbeitet.

Ölwechsel immer zusammen mit dem Ölfilter Warum sollte man Motoröl immer zusammen mit dem Ölfilter wechseln? Die Antwort ist einfach: Mit der Zeit und mit den gefahrenen Kilometern setzt sich der Filtereinsatz zu und verliert seine Wirksamkeit. Zu den wichtigsten Verunreinigungen gehören Metallpartikel, die durch Reibung im Motor entstehen. Außerdem sammeln sich im Filter Ruß, Ablagerungen und andere Rückstände. Aus praktischen Gründen sollte der Ölfilter immer zusammen mit dem Öl gewechselt werden. Den alten Filter weiterzuverwenden, ist nur eine scheinbare Ersparnis. Die Verunreinigungen aus dem alten Filter würden sonst wieder in das neue Öl gelangen. Ein verschmutzter oder verstopfter Filter arbeitet schlechter als ein neuer Filter. Das hat direkten Einfluss auf die Lebensdauer des Motors.

Wie sieht ein Ölfilter aus? Klassische Ölfilter haben meist die Form einer zylindrischen Metallpatrone. Im Inneren befindet sich der Filtereinsatz. Heute werden auch Ölfilter mit austauschbarem Einsatz immer beliebter. Dabei bleibt das Filtergehäuse im Fahrzeug, während nur der Filtereinsatz erneuert wird. Bei der Wartung sollte das Gehäuse gereinigt und der alte Einsatz durch einen neuen ersetzt werden.

Die Falle langer Ölwechselintervalle Dass zu lange Ölwechselintervalle dem Motor schaden können, ist logisch. Aber warum geben Hersteller dann solche langen Intervalle vor? Die Antwort ist etwas komplexer. Heute haben Fahrzeuge in der Regel eine Garantie, die sowohl zeitlich als auch durch die Laufleistung begrenzt ist. Oft liegt diese Grenze bei etwa 100.000 bis 150.000 km und bei 3 bis 7 Jahren, je nach Hersteller und Garantiebedingungen. Während der Garantiezeit kommt es bei Fahrzeugen, die gemäß Herstellerangaben alle 20.000 bis 35.000 km einen Ölwechsel erhalten, nicht immer sofort zu schweren Motorschäden. In der Praxis zeigt sich aber, dass viele moderne Motoren bereits vor oder kurz nach 200.000 km ernsthafte Probleme bekommen können. Dann ist die Garantie meistens abgelaufen und die Reparaturkosten trägt der Besitzer. Besonders private Käufer trifft das oft hart, während Flottenfahrzeuge vorher verkauft werden, sobald sie höhere Laufleistungen erreicht haben. Ein Teil dieser frühen Motorschäden kann mit verlängerten Ölwechselintervallen zusammenhängen. Das klingt kompliziert, ist aber nachvollziehbar: Lange Intervalle sind für Kosten, Werbung und Flottenbetrieb attraktiv, aber nicht immer optimal für die langfristige Haltbarkeit des Motors.

Sollte man Öl verschiedener Marken oder Sorten mischen? Das Mischen verschiedener Öle sorgt ebenfalls für viele Fragen. Grundsätzlich ist es besser, immer ein Öl zu verwenden, das die vom Hersteller geforderte Spezifikation erfüllt. Im Notfall ist Nachfüllen wichtiger als mit zu niedrigem Ölstand weiterzufahren. Trotzdem sollte man dauerhaft vermeiden, ständig verschiedene Öle, Viskositäten oder Qualitätsklassen miteinander zu mischen. Die Additivpakete der Öle können unterschiedlich sein. Für eine saubere und langfristige Wartung ist es besser, beim passenden Öltyp zu bleiben und regelmäßig komplett mit Filter zu wechseln.

Zusammenfassung: Wie oft sollte man Motoröl wechseln? Unabhängig von Marke oder Modell ist es sinnvoll, Motoröl häufiger zu wechseln, als es in manchen Bedienungsanleitungen angegeben ist. Die vom Hersteller genannten Werte kann man oft als idealisierte Bedingungen betrachten. In der Praxis sind die Bedingungen aber häufig deutlich härter. In extremen Fällen sollte Öl sogar drei- bis viermal häufiger gewechselt werden als vom Hersteller vorgesehen. Das betrifft vor allem Fahrzeuge im Stadtverkehr, Kurzstreckenbetrieb, sportlichen Einsatz oder schwere Geländenutzung. Für die meisten Fahrzeuge ist ein sicherer Kompromiss: Ölwechsel alle 10.000 bis 15.000 km oder einmal pro Jahr, je nachdem, was zuerst eintritt. LongLife-Öle sind vor allem für Flottenbetreiber interessant und weniger für Fahrer, die ihr Fahrzeug lange behalten möchten. Motoröl spielt eine zu wichtige Rolle im Motor, um es zu lange altern zu lassen. Frisches, hochwertiges Öl und ein neuer Ölfilter sind eine der einfachsten und günstigsten Möglichkeiten, die Lebensdauer eines Motors deutlich zu verlängern.

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